Wasserschaden und Stockflecken
Ein nasses Foto ist nicht verloren, solange die Bildschicht nicht abgerieben wird. Die feuchte Gelatineschicht ist weich und empfindlich, deshalb gilt: Finger weg von der Bildseite.
- Das Foto mit der Bildseite nach oben auf saugfähiges, fusselfreies Papier legen und an der Luft trocknen lassen.
- Nicht föhnen, nicht auf die Heizung legen, nicht in die Sonne. Zu schnelles Trocknen wellt und reißt die Schicht.
- Aneinanderklebende Fotos nicht mit Gewalt trennen. Bei wertvollen Stücken lohnt die Frage an eine Foto- oder Papierrestauratorin.
- Bei Schimmel das Foto nur mit Handschuhen anfassen, getrennt von anderen Fotos lagern und nicht wegwischen.
Digital sind Wasserränder, braune Flecken und Verfärbungen meist gut zu entfernen, wie bei dem Strandfoto oben.
Risse, Knicke und abgerissene Ecken
Der häufigste Rettungsversuch richtet den größten Schaden an: Klebeband. Der Kleber vergilbt, zieht beim Ablösen die Bildschicht mit und hinterlässt Flecken, die später mitrestauriert werden müssen.
- Nicht mit Tesafilm, Klebeband oder Sekundenkleber kleben.
- Die Teile lose in einen Papierumschlag legen, damit nichts verloren geht.
- Zum Abfotografieren die Teile auf dem Tisch so dicht wie möglich aneinanderlegen. Den Rest übernimmt die Restaurierung.
- Knicke nicht glattbügeln oder mit Gewalt flach drücken. Das Foto zwischen zwei Blättern Papier flach lagern.
Verblasst, vergilbt, Farbstich
Licht und Zeit bleichen Fotos aus. Viele Farbabzüge aus den 1970er und 1980er Jahren haben heute einen Rot- oder Gelbstich, weil ihre Farbstoffe unterschiedlich schnell verblassen. Schwarzweißfotos werden eher flau und gelblich.
- Fotos dunkel, trocken und kühl lagern, nicht im Keller und nicht auf dem Dachboden.
- Das Lieblingsfoto im Rahmen nicht in die pralle Sonne hängen. Eine restaurierte Kopie kann dort hängen, das Original bleibt im Album.
Digital lassen sich Kontrast und Farben meist gut zurückholen, auch wenn das Foto sehr blass ist.
Foto klebt am Glas oder im Rahmen
Ist ein Foto mit der Glasscheibe verklebt, nicht abziehen, sonst bleibt die Bildschicht am Glas. Fotografieren Sie es lieber durch das Glas ab, mit Licht von der Seite, damit nichts spiegelt. Die Restaurierung kommt mit der Aufnahme durchs Glas gut zurecht.
Kurz gefasst
- An der Luft trocknen, Bildseite oben
- Teile lose im Umschlag sammeln
- Dunkel und trocken lagern
- Bei Tageslicht gerade von oben fotografieren
- Durch das Glas fotografieren, wenn es klebt
- Klebeband, Tesafilm, Sekundenkleber
- Feucht wischen oder reiben
- Föhnen, Heizung, Sonne
- Verklebte Fotos auseinanderreißen
- Mit Blitz fotografieren
Foto richtig abfotografieren: Anleitung fürs Handy
Für eine gute Restaurierung brauchen Sie keinen Scanner. Ein aktuelles Handy reicht, wenn Licht und Winkel stimmen. So geht es:
- Ans Fenster gehen
Tageslicht von der Seite ist ideal. Blitz aus, keine Lampe direkt über dem Foto, sonst spiegelt es.
- Foto flach hinlegen
Auf einen dunklen, matten Untergrund, zum Beispiel ein Tuch. Wellt es sich, beschweren Sie die Ränder mit zwei Büchern, ohne die Bildfläche zu berühren. Keine Glasscheibe darauflegen.
- Genau von oben fotografieren
Das Handy parallel über das Foto halten, nicht schräg. Stellen Sie sich so, dass Ihr eigener Schatten nicht aufs Foto fällt.
- Bildschirm füllen
Das Foto füllt den Bildschirm fast ganz, ringsum bleibt ein schmaler Rand. Lieber näher herangehen als zoomen.
- Scharfstellen und prüfen
Tippen Sie auf das Foto, damit das Handy scharfstellt, und halten Sie still. Vergrößern Sie danach ein Gesicht: Ist es scharf und ohne hellen Lichtfleck, passt es.
- Per WhatsApp schicken
Plus- oder Büroklammer-Zeichen antippen, das Foto auswählen, senden. Einen Scan schicken Sie am besten als Dokument, dann verkleinert WhatsApp ihn nicht. PDF-Dateien können wir nicht öffnen.
Mit Scanner: 300 dpi oder mehr, bei kleinen Fotos 600 dpi. Den Scan als Bild speichern (JPG oder PNG) und als Dokument in den Chat schicken.
Was sich danach retten lässt
Risse, Knicke, Wasserflecken, Vergilbung, Kratzer und abgerissene Ecken lassen sich digital in aller Regel beheben. Fehlen große Teile, etwa ein halbes Gesicht, sagen wir Ihnen ehrlich, was möglich ist. Mehr dazu im Ratgeber Alte Fotos restaurieren lassen.
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